Digitale Daten kopieren - was ist 2008 legal

Eingestellt von Baumgartner am 4.1.08
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Digitale Daten kopieren ab dem Jahr 2008: Was ist legal – und was nicht

Liebe Unternehmer,

am 1. Januar trat ein in wichtigen Punkten verändertes Urheberrecht in Kraft, dass direkten Einfluss auf den Alltag vieler Nutzer und Unternehmer haben kann. Denn hier wird das Downloaden, Kopieren und Brennen urheberrechtlich geschützter Inhalte neu geregelt. Und das heißt: die bisher geltende Regelung wird härter. Was ist ab sofort noch legal – und ab wann wird`s kriminell?

Alle Rechte an einem künstlerischen Werk liegen selbstverständlich auch weiterhin beim Urheber, also etwa dem Musiker. Der hat aber in vielen Fällen die Nutzungsrechte an seinem Werk einem Musiklabel übergeben, was die Sache für Kopierer überhaupt erst zum Problem werden lässt.

Denn viele Künstler sehen die Angelegenheit oft weniger eng. Dagegen haben die Musikkonzerne keine Probleme damit haben, Teenager und andere Personen zu kriminalisieren und mit geschmacklosen, irreführenden Kampagnen wie den widerlichen "Raubkopierer sind Verbrecher"-Aktionen für die eigenen Zwecke zu nutzen.

Ein explizites Recht auf eine private Kopie gibt es nicht, aber das Gesetz kennt in § 53 die "Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch". Schließlich ist im Preis für einen Brenner oder Rohling immer schon eine Urheberrechtsabgabe enthalten, die über Verwertungsgesellschaften an Künstler oder Musikverlage fließen. Laut Wikipedia beträgt "diese Geräte- und Leermedienabgabe … derzeit zum Beispiel rund 17 Cent für einen DVD-Rohling und 9,21 Euro für einen DVD-Brenner". Wer zum Beispiel zu Hause CDs kopiert, zahlt also bereits Geld an die Urheber. Das bedeutet allerdings nicht, dass man nun fröhlich drauflos kopieren dürfte.

Nach wie vor unproblematisch sind Kopien von Original-CDs in geringer Stückzahl für private Zwecke: als Geschenk für Familienmitglieder, als Musik-Mix für die nächste Party oder als Sicherheitskopie. Es gibt hier keine feste Obergrenze, in der Praxis hat sich aber die Faustregel "maximal sieben" etabliert.

Allerdings hat die Sache einen Haken. Im § 95a Schutz technischer Maßnahmen wird festgelegt, dass ein Kopierschutz (bzw. eine "wirksame technische Maßnahme zum Schutz eines nach diesem Gesetz geschützten Werkes") nicht umgangen werden darf. Danach wäre es etwa möglich, von einer kopiergeschützten CD eine analoge (Tonband)-Kopie zu machen, weil dabei der Kopierschutz der CD erst gar nicht greift und also auch nicht umgangen wird. Nicht erlaubt ist dagegen der Einsatz eines speziellen Kopierprogramms, dass den Kopierschutz aushebelt, um sich eine digitale Kopie zuzulegen.

Als ausdrücklich "nicht wirksam" bezeichnet das Bundesministerium der Justiz in einem FAQ zum Urheberrechtsgesetz Maßnahmen, die nur auf bestimmten Computersystemen funktionieren oder von der Kopiersoftware überhaupt nicht wahrgenommen werden. Auch ein einfacher Hinweis wie "Dieses Produkt ist kopiergeschützt" reicht danach nicht aus und gilt natürlich nicht als "wirksame technische Maßnahme" im Sinne des Gesetzgebers.

Aber sonst kennt das Gesetz in Sachen Kopierschutz keine Gnade. Verboten ist auch die Herstellung, Verbreitung oder Bewerbung entsprechender Kopiersoftware.

Neu ist die Regelung, dass eine "offensichtlich rechtswidrig hergestellte Vorlage" nicht kopiert werden darf. Bislang war es so, dass man etwa einen Film aus einer Tauschbörse herunterladen, ihn aber nicht weitergeben oder anbieten durfte. Jetzt ist auch der Download verboten.

Am besten ist es daher, sich Originalsoftware oder Musik zu kaufen. Ist besser für`s Geschäft, die Nerven werden auch geschont und erspart einem lästige Fragestunden.


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